Sein Name ist Gunter Faber (Klaus‘ Charakter)

Die schwere, graue Stahltür des Bezirksgefängnisses schlug hinter Gunther Faber zu. Damn…, was für ein Scheißgefühl, aber was tut man nicht alles für einen alten Freund, man besucht ihn ab und zu im Knast und wenn man um einen Gefallen gebeten wird, dann kann man den nur selten ausschlagen. Schon gar nicht so einen. Auf dem Weg zu seinem Wagen, einem speziell überarbeitetem Hummer, der in etwa so alt war wie er selbst, dacht Faber zurück an die Zeit vor 25 Jahren als er Teddy Wong kennenlernte.

Pike Street 535 Appertment 2, war die Adresse die Teddy ihm genannt hatte. Die schäbige, blaßrote Tür der Wohnung war undeutlich im flackernden Licht der Strassenlaterne zu erkennen. Gunther ging die Treppe in den ersten Stock hinauf und raschelte ein wenig mit seinem Schlüsselbund. Man fällt weniger auf, wenn man sich so benimmt, als ob es die normalste Sache der Welt wäre, sich genau an diesem Ort zu befinden.
Ein kurzer Blick, ein heftiger Tritt neben das Türschloss der mit dem alten Schmerz im Knie quittiert wird und das Billig-Ding flieg krachend aus seinem Rahmen. Der junge Kerl in T-Shirt und Jogginghose, der gerade in vollster Lautstärke irgendwelche Pornos im Trid sieht schreckt von seiner Couch auf und greift erstaunlich schnell nach einer auf dem Tisch liegenden Ceska. Trotz des ohrenbetäubenden Gestöhnes im Trid kann man ein mechanisches Schnappen hören als Faber mit schnellen Schritten durch das kleine Zimmer geht. Gerade in dem Moment als der Typ seine Hand um die Scorpion schliesen will trifft ihn der Teleskopschlagstock in halber Höhe des Unterarms. ´Dem Geräusch nach zu Urteilen´, schätzt Gunther für sich, ´mindestens einer der zwei Unterarmknochen‘. Auch bei dem linken Upper-cut, der kurz danach am Unterkiefer des nach vorne gebeugten Kopfs einschlägt, bricht etwas. Was vermutlich weniger an der Präzision des Schlags, sondern mehr an der Muskelverstärkung und dem Schlagring zwischen den Fingern liegt. Mit einem Schmerzensschrei fällt der Punk nach hinten, rappelte sich langsam auf und während er auf dem Hintern in Richtung Küche robbt schreit er:
„Verdammte Scheiße, …was willst du Opa?“
„OPA? Du blödes Arschloch nennst mich Opa? Ich werd dir mal was über uns Opas erzählen, du Penner.“

Ein Wurf aus dem Handgelenk und der Teleskopschlagstock verhindert, dass der gesunde linke Arm nach etwas hinter dem Türstock greift. Das Ziel war eine Schrotflinte die nun scheppernd in den schmalen Gang fällt, ein Stampftritt in den Magen beendet letzte Bemühungen.
‚Zäher kleiner Scheißkerl‘ denkt Gunther schnappt sich ein Bein und noch während der Typ sich aufgrund des Tritts übergibt schleift er ihn in Richtung Tür.
„Wir Opas wissen zum Beispiel, dass man schon ziemlich blöd sein muß, wenn man die Tochter von einem Gang-Boss ausraubt und dabei auch noch verletzt. So was macht man einfach nicht.“
Ein Griff an den Kragen und ein kräftiger Zug befördern den Idioten auf die Knie. Er stöhnt auf und hustet röchelnd.
„Wo ist die Kette mit dem grünen Anhänger und wo ist das Geld?“
„Die Kette, …aufm Tisch, …Geld weg.“
Zwei kurze Haken mit dem Schlagring in die Rippen und der Kerl schreit vor Schmerzen.
„Das Geld?“
„Weg, …ich schwöre.“

Faber glaubt dem Burschen, man sieht das er Angst hat, die schmerzverzerrten Antworten klangen irgendwie Glaubhaft und sehr wahrscheinlich ist es außerdem. Er pakt ihn mit der zweiten Hand, ein kurzer Anlauf und mit Schwung befördert er ihn durch die Tür und damit wenig später auch über die niedrige Brüstung der Veranda.
Der Aufprall nach etwa zweieinhalb Metern ist heftig aber der nasse Rasen hat ihn etwas gedämpft. Der Typ lebt noch. Gut. Teddy wollte eigentlich seinen Kopf aber Gunther konnte ihn glücklicherweise noch umstimmen. Man sollte den Leuten eine Chance geben etwas dazuzulernen, obwohl das in diesem Fall vermutlich vergebene Mühe war.
Faber sammelt noch schnell seinen Schlagstock und die Kette (die Beschreibung passt) ein, auf dem Weg nach unten zündet er sich eine Zigarette an und schickt via Commlink eine kurze Nachricht an Teddy. Auf dem Rasen macht er kurz Halt und aktiviert das DocWagon-Armband des armen Idioten.

„Opa? Dieses blöde Arschloch“ denkt Gunther als er zu seinem Wagen geht „Alter Mann… OK. Aber Opa?“ Im Hintergrund ist immer noch das Gestöhne des Trid-Pornos zu hören als der Hummer in der Nacht verschwindet.

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