The Shadow of Yesterday — old school fun with nu skool freedom


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Ich habe seit ungefähr einer Woche habe ich mich in The Shadow of Yesterday (TSOY) von Clinton R. Nixon verliebt. Die Regeln dieses Spiels sind wenige (was gut ist), sehr durchdacht (was gut ist), und stören nicht in der Umsetzung (was sehr gut ist). Das System bringt, um den Grofafo-Forge-Obermotz Vermi zu paraphrasieren, die guten Szenen aus DSA und AD&D zurück an den Spieltisch — und wirft zugleich den ganzen Müll und Ballast über Bord.

TSOY bringt also das Kunststück fertig, sich wie ein Old School-Spiel spielen zu lassen (durchaus auch mit Immersion), hat aber ein Gerüst, wie es forgiger nicht daherkommen könnte. Für mich ein richtig gutes Spiel — das ich so bald wie möglich einem brachialen Praxistest unterziehen werde.

Einzig und allein die in TSOY verwendeten Würfel stören mich: Fudge-Würfel. Sie liefern ein Ergebnis zwischen -3 und +3 Punkten, die der Spieler zu seinem Fertigkeitswert addieren muss. Ich habe es heute mit meiner Frau Kerstin probegespielt, und ihr Urteil als Rollenspiel-Unerfahrene: „Die Zusammenzählerei lenkt mich vom Fluss des Spiels ab; da komm‘ ich aus der Geschichte raus.“ Wunderbar, ein unverbildetes Urteil von jemandem, der Geschichten gerne hat.

Mein Ausweg: Ich verbinde TSOY entweder mit Everway (wenn ich es würfellos haben möchte) oder mit den One Braincell Roleplaying Rules von Canis Publishing. Die sind gar nicht so weit von Fudge entfernt, handhaben die Würfelei jedoch noch viel einfacher: Je nach Fertigkeit würfelt der Spieler einen bis fünf „Outcome“-Würfel. Das ist ein W6 mit vier blanken Seiten, einer Seite mit einem Häkchen für „Erfolg!“ und noch einer Seite mit einem Häkchen und einem N für „Erfolg! Und du darfst diesen Würfel nochmal würfeln!“.
Außerdem gibt’s noch einen sogenannten „Dilemma-Würfel“. Das ist ein W6, auf dem nur eine Seite beschriftet ist: mit einem Blitz. Den Dilemma-Würfel rollt man einfach mit den Outcome-Würfeln mit. Wenn der Blitz auftaucht, ist dem Charakter irgendwas Blödes passiert. Das Coole: Das funktioniert auch in Kombination mit Erfolgen. So kann es beispielsweise passieren, dass ein Charakter einen wahren Sonntagsschlag landet (7 Erfolge), aber dass sein Schwert durch die Wucht des Hiebes zerbricht (weil der Dilemma-Würfel den Blitz anzeigt). So sind sehr schöne Wendungen möglich.

Ich habe, um die Erfolgschancen der One Braincell Rules etwas zu erhöhen (TSOY mit den Fudge-Würfeln hat höhere Chancen), einen Outcome-Würfel gebastelt, der anstatt zwei Erfolgen insgesamt drei Erfolge (zwei normale und einen „Nochmal würfeln!“) trägt. Für jede Fertigkeit, die über „unskilled“ (bei uns: 1 Outcome-Würfel) liegt, darf der Spieler einen normalen Outcome-Würfel durch einen „getunten“ ersetzen.

Stinkeinfach, aber genial in der Anwendung.

Übrigens: So sehen unsere One Braincell-Würfel aus:

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Von links nach rechts: der normale Outcome Die (mit insgesamt zwei Erfolgsseiten), der auffrisierte (mit insgesamt drei Erfolgsseiten, leider ist die dritte hier nicht sichtbar), und der Dilemma Die.

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Eine Antwort zu “The Shadow of Yesterday — old school fun with nu skool freedom

  1. Klasse, ich bin fasziniert von dem System zu würfeln. Das werde ich mir merken und sicherlich mal irgendwo einsetzen.Gerade auch für One-Shots ist das ja genial. Ein System, was in einer Minute erklärt ist und womit die Werte des Charakters in fünf Minuten feststehen.

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