Persona

Persona ist ein Rollenspiel, das Tim C Koppang verfasst hat, der Autor von Hero’s Banner. Dieses Rollenspiel wiederum hat auf der diejährigen Gencon für einige – positive – Überraschung gesorgt. Doch lassen Sie mich über Persona sprechen, erstens, weil ich es für ein wirklich gelungenes System halte, und zweitens, weil es kostenlos als Download erhältlich ist.

Das Regelsystem zäumt das Rollenspielpferd von hinten auf und läßt die Spieler mit einem leeren Charakterblatt beginnen. Vor Spielbeginn handeln die Spieler aus, welchen Hintergrund sie für ihr Abenteuer haben wollen und was vor diesem Hintergrund möglich ist – klassische Social Contract-Angelegenheiten also. Das einzige, was die Spieler über ihre Charaktere wissen sollten, sind zwei Dinge: der Name und das Charakterkonzept.

Jeder Spieler bekommt für seinen Charakter 35 Punkte. Mit diesen Punkten kann er sogenannte Fragmente kaufen, also Hintergrunddetails, Fertigkeiten, Freunde, Feinde – alles, was irgendwie mit dem Charakter zu tun hat.

Aber.

Die Fragmente kauft er nicht vor Spielbeginn.
Und hier beginnt die eigentliche Schönheit des Systems.

Nachdem jeder Spieler einen Charakter hat, startet das Abenteuer. Im Stile eines Freeform-Spiels wird einfach drauflos erzählt, wahlweise mit traditioneller Trennung Spielleiter-Spieler oder ohne. Bis es zu einem Konflikt kommt. Ein Konflikt ist in Persona klassisch literarisch definiert als Stelle in der Geschichte, in der sich die Geschichte in eine andere Richtung entwickeln kann. Um den Ausgang herauszufinden, würfelt der Spieler 3W6 (Sechsen nochmal würfeln), und versucht, möglichst hohe Einzelergebnisse zu erreichen (wie in Shadowrun zählt jeder W6 einzeln, es wird nicht addiert). Wenn er die vom Spielleiter vorgegebene Schwierigkeit überwürfelt oder erreicht, hat sein Charakter den Konflikt erfolgreich bestanden.

Wenn das Würfelergebnis kleiner ist, kann der Spieler entscheiden, ob sein Charakter den Konflikt entweder nicht bestanden hat – oder ob er die oben erwähnten Fragmente hinzukauft. Fragmente sind Details über den Charakter, Fertigkeiten, Freunde, Ängste, und so weiter. Jedes Fragment hat einen Wert von 1 (schwach ausgeprägt) bis 5 (am stärksten ausgeprägt) und kostet doppelt so viele Punkte wie es wert ist.

Der Spieler kann sich nun in Freeform-Manier Fragmente kaufen, die in irgendeiner Form etwas mit seinem Konflikt zu tun haben. Den Wert dieser Fragmente zählt er nun zu seinem Würfelergebnis. Wenn er damit gleichzieht oder ihn übertrifft, hat er nicht nur den Konflikt geschafft, sondern zugleich auch etwas über seinen Charakter erfahren. Jeder Konflikt dient also dazu, seinen Charakter auszuformen.

Persona kommt mir vor wie unser altes Freeform-Spiel. Hier starteten wir ebenfalls mit fast leeren Blättern, die sich dann im Laufe des Abenteuers mit Daten füllten. Persona nimmt diesen meines Erachtens großartigen Ansatz und kleidet ihn in gut fassbare Regeln.

Persona

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