Heritage Rediscovered

Ich habe heute eine Homepage entdeckt, die meine komplette alte Rollenspielseite gespiegelt hat. Drauf zu finden: Meine Rollenspielregeln „Heritage“ nebst umfangreichem Hintergrundmaterial… ich glaub‘, ich spinne!

http://www.darkshire.net/~jhkim/archive/freerpgs/heritage/index.htm

2 Antworten zu “Heritage Rediscovered

  1. Vincent Baker erzählte im Sommer in Berlin von seiner Freiform-Ars Magica-Runde. In jener Runde hatten die drei Beteiligten (Meg Baker, Emily Care und Vincent) umschichtig das Leiten übernommen, und die Resolution basierte nicht auf der Willkür des SL, sondern auf einer offenen Verhandlung. Das Spiel war gut, aber ungeheuer anstrengend.Funktionierende Freiform, wie ich sie bisher erlebt und von ihr gehört habe, basiert eigentlich immer darauf, dass der SL allein und unangefochten über den Ausgang einer Situation entscheidet. Klar kann ich mal sagen: „Hey warte mal, so was bringen sie uns an der Flottenakademie bei, das kann ich aus dem FF.“ Aber wenn der SL dann nickt und sagt: „Du schaffst es trotzdem nicht“, dann muss ich das einfach akzeptieren.Viele haben das als den großen Nachteil dieser Spielweise dargestellt, wohingegen bei einem Spiel mit Werten und Würfeln der Ausgang einer Situation der sL nicht einfach alles willkürlich machen könne. Was natürlich nicht sehr stringent ist, denn der SL ist im klassischen Rollenspiel völlig frei, die Schwierigkeit einer Situation bzw. die Anzahl der Gegner festzulegen. In vielen Systemen wird von ihm sogar dramaturgisches Leiten, notfalls gegen die Regeln, gefordert, sodass die Regeln ihm nur noch im Weg sind und keine Hilfe. Und dieser Widerspruch scheint niemandem aufzufallen.Das eigentliche Problem, das ich mit dramaturgischem zufallsfreiem Freiformen dieser Art habe, ist ein anderes: Die Last auf den Schultern ist zu groß. Ich gebe gerne mehr Story-Verantwortung ab. Und ich arbeite gerne mit Widerständen. Da halte ich es mit Paul Czege: Wenn ein und dieselbe Person für die Erschaffung eines Widerstandes und seine Überwindung verantwortlich ist, ist der Widerstand belanglos und damit überflüssig.

  2. Vermi,ich gebe dir insofern recht, als dass Freeform zum Teil sehr anstrengend sein kann, auch und vor allem für den SL.Irgendwer auf der Forge hat mal Freeform und das damit einhergehende „GM Fiat“ als „The Big Ego Show“ bezeichnet, was recht plakativ, aber nicht unbedingt unwahr ist. Freeform in seiner klassischen Form verteilt die Verantwortung über die Story auf einem Schulterpaar: auf dem des SLs.Ein Nachteil, der durch diese Art zu spielen unweigerlich kommen wird, weil er kommen muss, ist folgender: Nach einer Weile (bei mir hat es immerhin 17 Jahre gedauert) fühlt sich das spielleiten immer gleich an, Monotonie stellt sich ein. Wie gesagt, das liegt nicht am Freeform, sondern am typischen Freeform, in dem der SL alle Zügel in der Hand hält. Somit tut etwas Aufteilung der Story-Verantwortung dem Spiel mit Sicherheit gut, setzt aber, wie immer, Spieler voraus, die bereit sind, über den vielbemühten Tellerrand hinauszublicken.Ich werde noch im Laufe dieser Woche eine Rezension über Mythic online stellen — diese Regeln kümmern sich genau um das Thema, von dem wir hier sprechen.

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