Blick zurück: Helden (von vor zwölf Jahren)

Der Urlaub, die Zeit…
und ich grabe Schatz um Schatz aus den Tiefen meiner Festplatte aus. Zum Beispiel diesen hier. „Zeichne, was dir teuer ist“ heißt der Text, den ich gefunden habe, und er stammt aus dem Jahr 1995. Geschrieben habe ich ihn, aber eigentlich ist es das geheime Tagebuch des Frederik Gerold Koons, Grafiker in New York. In Wirklichkeit heißt er Fredrick und ist Prinz von Amber, und eine fiese Drecksau.

Wie gesagt, das Teil habe ich von Festplatte zu Festplatte gerettet, aus Gründen, deren oberflächliche Erschließung mir momentan abgängig ist. Aber viel wichtiger, zumindest für mich: Es ist ein Blick zurück auf das Jahr 1995, ein Jahr voller Bequemlichkeit (Stichwort: Germanistik/Amerikanistik/Mediävistik-Studium), Veränderung (eine neue Liebe ist wie ein neues… la, la, la) und Amber.

16.12.1995, Terra Nova, New York, USA

Der Tag begann mit mit einem Gewitter. Keines dieser ungeheuer lauten, ohrenbetäubenden Gewitter, die einen Schlafenden gewaltsam aus dem Bett schleudern, es war ein bedachtes, ruhiges Gewitter, mit vereinzelten Blitzen und den dazugehörigen Donnerschlägen danach. Und trotzdem, es schien mir, als kannte ich dieses Gewitter schon, als hätte ich genau jenes schon einmal erlebt, Dejavu, ein Rückblick oder Rückschritt in der Zeit, wer weiß, wer sollte es genau bestimmen können. Ich, das wußte ich sofort, nachdem ich meinen Fuß auf den kalten Boden meines Schlafzimmers gesetzt hatte, ich konnte diesen Tag auf jeden fall als schon jetzt mißlungen bezeichnen.

Mein Kopf fühlte sich an, als hätte er mehrmalige Bekanntschaft mit einem Barhocker gemacht, und meine Zunge schmeckte diesen widerwärtigen Geschmack halbverdauten Alkohols in meinem Mund. Egal, was man am Vortag getrunken hat, wenn es zuviel war (und dieses Stadium war bei mir relativ früh eingetreten), am nächsten Tag schmeckt alles gleich – gleich schlecht. Auch als ich beim Frühstück saß und mir frischen Kaffee eingoß, wollte sich dieses Gefühl nicht bessern, der Geschmack blieb, und mit ihm meine schlechte Laune. Ich blickte nach draußen, wo der Regen langsam die Nacht abgelöst hatte, und ich schaute, die Kaffeetasse in der Hand, auf die Straße hinunter, bereits das übliche allmorgendliche Verkehrschaos erwartend. Das Gesetz der Alltäglichkeit lies mich nicht im stich. Beruhigend, das sich zumindest manche Dinge nicht ändern.

Später.
Das Gewitter ist endlich vorbei, fast zeitgleich mit dem Duschen hat es aufgehört. Jetzt sitze ich in meinem Arbeitszimmer, die bequeme japanische Hose und ein T-Shirt an, und jetzt strahlt die Sonne direkt auf meinen Schreibtisch, und die Klimaanlage summt leise, stetig und ermuntert mich irgendwie, meine Arbeit gewissenhaft auszuführen. Das Pochen in meinem Kopf hat sich zwar noch nicht verflüchtigt, aber ich bin froh, daß meine Schritte wieder fest und vor allem gerade sind. Verdammt, es war einfach zuviel, gestern. Wieviel hatte ich eigentlich? Keine Ahnung, aber das Geld in meiner Brieftasche hat sich merklich ausgedünnt… Man sollte einfach wissen, wann es genug ist. Gestern habe ich das eindeutig vergessen. Als Belohnung dafür Kopfschmerzen der erlesenen Sorte: trocken und vollmundig.

Und der Wrigley´s kann das ekelerregende Geschmackserlebnis nicht verkürzen. Aber zumindest ist mein Geist einigermaßen klar. Gut, denn ich habe noch einiges vor mir, noch einiges, was ich unbedingt tun muß. Ah ja, der Kaffee, schön warm ist er noch. Praktisch sind sie ja, die elektrischen Thermo-Untersetzer für die Tasse. „Bürotasse“ oder „Diese Tasse gehört dem CHEF“ und dergleichen Blödsinn steht meistens drauf. Und wer kauft sie? Kleine Angestellte und Hausfrauen für ihre kleinen angestellten Ehegatten. Manches ändert sich eben wirklich nie.

Große Träume in kleinem Umfeld, bekannte Situation, eine Konstante und viele Variablen, die Besetzung des Stückes ändert sich von Zeit zu Zeit, aber der Plot bleibt immer derselbe. Eigentlich wollte ich ja heute nicht weitermachen, aber gestern kam ich nicht sehr weit, und ich will zumindest mit der einen Karte noch fertig werden. Okee-dokee, und ab geht´s. Ich bin recht froh über meinen Computer, bis jetzt läuft er ziemlich zuverlässig. Wenn er das System hochfährt, dauert es etwas lang, aber es hängen auch ziemlich viele „peripherials“ dran — und bis die initialisiert sind… Na also.

9.45 am, Drive C:> cyb
Booting Windows VisionCity V2.1
Good Morning Frederik
How´syaday

An Tagen wie heute verspüre ich den Hang zum Nostalgischen, irgendwie machen sie mich ein wenig verträumt, und so tut es gut, anstatt des Mikrophons die Tastatur zu benützen, um Windows hochzufahren. Gut. Verflucht, ich merke soeben, das ich mir gestern wohl irgendwo meine Handfläche aufgerissen haben muß. Toll, wirklich. Wahrscheinlich eine Scherbe von irgendeinem blöden Whiskeyglas. Aber es ist schon verkrustet, zumindest wird der Bildschirm nicht voll.

Corel Draw Ultimate Painting Mate Version 4. Lädt relativ schnell hoch, und läuft recht stabil, auch wenn ich es früher auf OS/8 laufen hatte (und das ist doch stabiler als Windows). Datei öffnen, da ist sie schon, mein kleiner Liebling, ein Tippen mit dem Finger auf das Icon, und schon wird sie geladen, so muß es gehen, schnell, gerade und ohne Schnörkel, zumindest, wenn es um Basisarbeiten geht. So, mal sehen. Meine Wohnung, von der Küche aus gesehen, durch die Anreiche hindurch, vor mir die Bar, rechts noch ganz knapp im Bild das Wohnzimmer mit der niedrigen schwarzen Couch und den Teetassen auf dem schwarzmarmorierten Newhouse-Tisch. Die Wohnungstür könnte ich eigentlich etwas weniger detailliert machen, aber egal, jetzt hab ich sie schon.

Der Vorleger im Eßzimmer ist etwas zu blau. Gamma-Anpassung, ein wenig runter, gut, paßt. Die Textur der Glastüre im Schrank bereitet mir echte Probleme, sieht immer irgendwie aus wie ein Wasserfall, aber nicht wie Glas. Muß noch schauen, was sich da machen läßt. Der Tisch im Eßzimmer ist eigentlich ganz gelungen mit seiner Mahagoni-Maserung, obwohl ich ja mittlerweile einen neuen habe, und der ist Rauchglas. Aber jetzt den ganzen Tisch neu zu entwerfen und ihn dann wieder mit Textur zu überziehen, nein, da habe ich keine Lust drauf (und noch dazu mit dieser beschissenen Glastextur, „Ultimate Painting Mate“, ha, daß ich nicht lache, „Pain Mate“ wäre wohl angebrachter). Diese realistischen Zeichnungen sind ja ganz nett, aber mir liegen eigentlich mehr die kraftvollen, einfacheren im chinesischen Stil, leicht und doch klar und scharf umrandet auf das Papier gebracht.

Eigentlich liebe ich das Gefühl, wenn der Ziegenhaarpinsel das gegensätzliche Gemisch aus verbranntem Holz und Wasser auf dem Papier Landschaften oder Personen darstellen läßt. Dann aber, als die Technik mehr und mehr verkleinert, miniaturisiert, wurde, erschien mir die Notwendigkeit zur Aktualität größer als der Wert der sich sowieso ständig wiederholenden sensitiven Erfahrung, und ich legte Pinsel und Tusche zur Seite. Manchmal benutze ich sie noch, meistens dann, wenn ich nichts Bestimmtes, Zielgerichtetes zu Papier bringen will – ein Medium für Unbestimmtes, sozusagen. Die Maltechnik der alten Chinesen läßt sich sehr gut auch mit dem Rechner nachahmen, und wenn ich will, könnte ich sogar das Wohnungsbild, an dem ich jetzt gerade arbeite, in eine Skizze chinesischen Stils umwandeln lassen. (allerdings entspräche dies dann nicht meiner momentanen Stimmung, und die ist realistisch und wenig schwungvoll).

Und ganz davon abgesehen, was geht und was nicht: die Kleckserei mit der Tusche nervt, und Bits hinterlassen keine Rußflecken auf der Kleidung. So, jetzt ist der Schrank auch fertig, zumindest sieht er jetzt schon echter aus. Welches Licht nehme ich? Am besten den breiten, weichen Spot von links und das indirekte der Leuchtzeile im Eßzimmer. Wie sieht das aus? Gut. Wirklich gut. So. Speichern. Drucken, DIN A4. Es stinkt immer etwas, wenn der Laser anfängt zu drucken, und ich könnte schwören, daß es Ozongestank ist, obwohl die Hersteller sagen, der Toner sei ozonfrei…

Ja, das sieht gut aus. So, jetzt das ganze noch mal, aber kleiner, A7, high Detail, 720 dpi. „Dieser Ausdruck könnte länger als 10 Sekunden in Anspruch nehmen. Alle Systemresourcen verwenden (dies verlangsamt andere Anwendungen)? Ja Nein“ Nein, zehn Sekunden habe ich Zeit, wirklich. Ja, sieht gut aus, detailliert und trotzdem klein, sehr schön. Ich lege den bedruckten Briefbogen auf meinen Schreibtisch, und meine rechte Hand fährt behutsam über das Bild. Ein schwaches Kribbeln durchfährt mich, beginnend in meinen Fingerspitzen. Okay. Ich schneide die Zeichnung aus und stecke sie in die Hosentasche.

Den Schlüssel, schnell die Schuhe wechseln, alle 15 Stockwerke runter, hallo zum Hausmeister, auch mal wieder hier, nett sie zu sehen, Mister …, ja, Ihnen auch, danke, und grüßen sie mir die Kinder. Draußen suche ich mir in der kleinen Seitenstraße mein Auto. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel, auf die Straße, keine Menschenseele. Gut. Ich nehme die Zeichnung aus meiner Tasche und streiche, nein, streichle über sie, lasse meine Rechte darauf ruhen, und das kribbeln ist wieder da, es geht über in meinen Arm, meine Schulter, beide Schultern, beide Arme, Brust, Unterkörper, Beine, Füße, zuletzt der Kopf, ein kaltes, ausfüllendes Kribbeln, das Motiv auf der Karte scheint zu kippen, es gewinnt an Dichte, an Perspektive, an Körperlichkeit, wie eine Holographie, die man langsam auf Augenhöhe aus der Waagerechten in die vertikale Position, frontal zu den Augen, kippt.

Plötzlich dreidimensional, ich sehe sogar ganz rechts einen teil meines Computerbildschirms mit seinem Bildschirmschoner, ein alter weißbärtiger Herr mit USA-farbigem Zylinder, auf dem steht „Dare diss me“, sogar seinen Mund kann ich sehen, wie er sich öffnet und schließt. Entschlossen greife ich in die Karte hinein, mit beiden Händen, mein Körper folgt nach, und ich sitze auf einem Barhocker in meiner Wohnung. Manchmal frage ich mich, wie das ganze wohl funktioniert. Aber kein schlaues Werk gibt mir darauf Antwort. Vielleicht, weil es so schlau ist.

18.12.1995, Terra Nova, New York, USA

Mein neuer Trumpf ist recht brauchbar geworden. Ich sitze wieder in meinem Arbeitszimmer und drehe Däumchen. Keine Menschenseele scheint einen Werbegraphiker zu brauchen, heute. Na gut, wie’s aussieht, kann ich mich zurücklehnen und nachdenken. Gestern nacht hatte ich wieder meinen Alptraum, und diesmal war er schlimmer als jemals zuvor. Ich war wieder in der Eiswand, und wieder sah ich unter mir Eileen, wie sie am Seil hing und zu mir hochlächelte.

Wieder ein Schritt höher, den Eispickel in der Rechten, ich ziehe mich hoch, langsam, weil ich meine Finger nicht mehr richtig spüren kann wegen der Kälte. Als ich gesichert habe, rufe ich ihr zu, sie kann jetzt nachkommen, alles in Ordnung. Und ich sehe wieder, wie sie ihren Karabinerhaken ausklinkt, den Arm streckt, um zum nächsten Sicherungsring hochzuwerfen, da rutscht sie aus, gleitet ab, ein Aufschrei, ich spüre, wie sich mein Sicherungsseil strafft, als es Eileens volles Gewicht tragen muß, das Knirschen über mir, verdammt, der Sicherungsring gibt nach, er wackelt, nein, nein, nein, das laute Knirschen von zerberstendem Eis, als der Ring aus der Wand gerissen wird, wir fallen, Eileens schrei laut in dieser Welt aus eis, während des Falls konzentriere ich mich auf meinen Ring der Sicheren Heimkehr, taste, fühle, und Augenblicke später bin ich Zuhause, lebend, unversehrt, aber Eileens schrei hallt noch in meinem Kopf, ich hole Medikamente, das Nötigste, wieder zurück, suche, suche, suche, endlich, da, ihr Anorak, das Eis knirscht unter meinen Füßen, als ich zu ihr laufe, stolpernd, schreiend, weinend, endlich, behutsam drehe ich sie um, finde ihr Gesicht angstvoll versteinert.

Ich suche den Puls, am Hals, am Arm, nichts, nichts, mein Gott nein, nein, nichts. Ihr langes schwarzes Haar fällt stumpf auf ihre Schultern, meine Hände stützen ihren Kopf, Eileen, sachte, ganz sachte, und meine Tränen vermischen sich mit Blut…
Warum hört es nie auf? Warum? Warum?

9.12.1995, Terra Nova, New York, USA

Habe heute wieder mal die New York Times gekauft. Da ist ein ganz lustiges Persönlichkeitsquiz drin, so richtiggehend küchenpsychologisch. Mal sehen:

1) Wenn Sie eine lange Reise zu Pferd unternehmen müßten, wie würde es wohl aussehen?
Ja, wie wohl. Schnell, ein Military-erfahrenes Pferd, ein schöner Fuchs mit stolzem Gang und langer Mähne, das Fell glänzend. Das nenne ich Pferd.

2) Eine Frage zur Familie: finden Sie es besser, innerhalb der Familie geliebt oder gefürchtet zu werden? Oder anders herum? Würde sich Ihre Einstellung ändern, wenn es nicht um ihre Familie ginge?
Oh je, nette Frage. Aber die Redakteure haben keine Ahnung, wie es in Amber aussieht… trotzdem antworte ich. Ich denke, man sollte differenzieren. Wenn ich Fiona oder irgend jemand anderem gegenüberstünde, dann wäre ich der liebste, süßeste Junge, den man sich vorstellen kann. Nicht neugierig, sondern… wißbegierig. Und wenn es verdammt noch mal einer meiner Cousins ist, dann bin ich nett, aber ich zeige, daß ich ganz verflucht böööse sein kann. „Vorsicht ist besser als Krankenbett“, sagte Daryl, mein bester Freund, immer. Freunde, Freunde. Ich glaube, ich verhalte mich im Umgang mit Nicht-Familienmitgliedern genauso.

3) Was ist ihr Lieblingsessen/Getränk?
Fast food. Pommes, Mayo, Ketchup, all die feinen kleinen Kalourienbomben des alltags. Coke, Indian Tonic, Bitter Lemon, Camperosso, alles leicht Alkoholische, das nicht süß schmeckt. Rotwein. Creme de la creme der Feinschmeckermenues. Currywurst mit Pommes und eine Coke Light.

4) Wenn Sie für einen Augenblick jemand anderer wären, was würden Sie an Ihnen auszusetzen haben? Was glauben Sie würde Ihnen mit der Zeit auf die Nerven gehen?
Wenn ich jemand anderer wäre, komische Frage… hin und wieder bin ich doch zu zögerlich, vielleicht, zu bedacht… aber ICH GEHE NIEMANDEM AUF DEN WECKER.

5) Beschreiben Sie Ihre erste Liebesbeziehung.
Scheiße, sogar in dieser kleinen Schlammzeitung gibt es keine Ruhe. Eileen, ich vermisse dich jetzt schon wieder, obwohl ich erst zwei Wochen unterwegs bin… Ich liebe dich noch immer, mein Sonnenschein. Als ich dich zum ersten mal sah, hatte es mich schlichtweg umgehauen. Du hattest eine Ausstrahlung, die mich im Innern komplett umgedreht hatte. Whoa! Jahre später dann habe ich mich getraut, dir meine Gefühle zu offenbaren, ganz langsam und vorsichtig, ich wollte nicht wieder eine solche Enttäuschung erleben, wie ich sie kurz vorher gehabt hatte. Und was war? Du hast meine Verliebtheit (denn das war es zu Anfang nur) erwidert! Yeah! Yeah! Wir wollten dann mal zum Baden gehen, da wurde nichts daraus, und so haben wir uns zum Kaffetrinken verabredet. Am gleichen abend, ich weiß es noch genau, haben wir uns zum ersten mal geküßt. Kurz zwar, aber dennoch. Ich wollte mir sicher sein, daß ich nicht nur einen Ersatz für meine vorher in die Brüche gegangene Beziehung suchte, und ich war mir sicher, es ist nicht so. Meine Mutter hatte mich damals gefragt, ob mir schon sicher sei, aber mein Vater sagte, ich wüßte schon, was ich tue. Und richtig, ich weiß es auch heute noch. Ich liebe dich. So einfach ist das. Und bei dir kann ich mich sogar bis zu einem bestimmten Punkt fallenlassen. Mann, ich vermisse dich schon wieder. Ist kaum auszuhalten. Ich muß mich zusammennehmen. Scheiße.

6) Wie stellen Sie sich einen perfekten Tod vor?
Scheißfrage. Perfekter Tod, hat man sowas schon gehört. Tod ist nicht schön, und Tod ist endgültig. Wenn ich sterben muß, dann schnell und schmerzlos. Und möglichst so, daß Eileen es gut übersteht. Scheißfrage.

7) Wie waren Sie als kleiner Junge/kleines Mädchen? Waren Sie beliebt?
Zuerst mal war ich klein. Und beliebt war ich damals wie heute, aus dem einfachen Grund, daß ich nur lieb bin (bringt sehr viele Vorteile, beliebt zu sein). Und Scherze, Scherze mache ich heute auch noch gern. Wie lange die Leute drüber lachen, hängt davon ab, wann sie kapieren, was ich wirklich damit meine.

8) Wenn Sie gezwungen wären, mehrere Jahre hindurch im alten Wilden Westen zu leben, welche Rolle würden sie wohl übernehmen?
Ich wäre der kleine Reporter der örtlichen XXXX TIMES. Man erfährt verdammt viel, die gesellschaftliche Position ist auch nicht zu verachten. Vor allem aber sind die Zeitungsmacher die Leute, die als letzte erschossen werden.

9) Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Welt „hinter“ unserer Welt. Unsere Erde wäre nur ein Schatten einer anderen Realität, beliebig austauschbar. Sie sind ein Bewohner der „echten Erde“. Was wäre für Sie das größere Verbrechen, einen Schattenerde- Bewohner zu ermorden oder einen Bewohner der echten Erde zu verstümmeln?
Ich fasse es nicht. Die sind so nah an der Wirklichkeit und ahnen es nicht… Aber grundsätzlich ist es doch klar, wenn mir jemand am Herzen liegt, passe ich auf ihn auf, wenn nicht, kann er sich warm anziehen, wenn er im Weg steht. Wenn jemand mich wirklich provoziert, also mein Hab und Gut in irgendeiner Weise angeht, dann kann das sehr, sehr ungemütlich werden.

10) Beschreiben Sie Ihre Wohnungseinrichtung!
Was soll das denn? Na gut. Ich habe ja zeit. Es ist grundsätzlich sehr nüchtern eingerichtet, im japanischen Stil, mit Trennwänden aus Bambus und Reispapier, indirekten Lichtquellen, viel Glas-Holz-Metall-Möbel. Die Küche ist sehr modern ausgerüstet (nicht japanisch), mit einem schönen runden Eßtisch im Anschluß. Kein Nippes, kein Krimskrams, keine Porzellanminiaturen. Bonsais, Grünpflanzen, keine Blumen.

11) Wo lassen Sie Ihre Wäsche waschen?
Jungs, Jungs, ich habe doch eine eigene Ultraschall-Waschmaschine. Und wenn ich in den Gerichtshöfen bin, macht das Kilua, das Hausmädchen (aber mit dem letzten Satz könnt ihr ja sowieso nichts anfangen).

12) Jeder Mensch besitzt etwas, das ihm in gewissem Sinne „heilig“ ist. Was ist das in Ihrem Fall?
Mein Daisho. Ein japanisches Schwert, das ich selbst anfertigen habe lassen, und zwar von einem Meister seiner Kunst. Mehrere tausend male gefaltet, gehämmert, geglättet. Schneidet durch fast alles, ohne Probleme. Das Daisho ist mir so was wie “heilig“, ja.

13) Sie werden Opfer eines derben Scherzes (Furzkissen o.ä.). Sehen Sie den Humor hinter diesem Scherz? Würden Sie sich „rächen“? Wie würden Sie das tun?
Zuerst würde ich mitlachen, obwohl ich solche Scherze alles andere als komisch finde. Dann würde ich mir denjenigen suchen, der dafür verantwortlich ist, und würde es ihm doppelt und dreifach heimzahlen. Das ist übrigens bei allen Angelegenheiten der Rache so: sie will gut überlegt sein, schön geplant sein, denn dann garantiert sie maximalen Erfolg. Dabei kann es den Umständen entsprechend geschehen, daß meine Rache um einiges heftiger ausfällt als die auslösende Tat.

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