Freiform, nochmal reduziert

Wenn man ein Freiform“regelwerk“ wie Wyaul Hyoiwto nimmt und das nochmal reduziert — wieviel Regeln bleiben dann übrig? Oder besser: Was bleibt überhaupt übrig?

Genügend, um befreit spielen zu können, sage ich.

Wyaul Hyoiwto kann ich noch um eine Stufe vereinfachen, indem ich die Zahlenverteilung bei den Probewürfen ändere. Das ist dann die einfachste Würfelregel, die es gibt — und wahrscheinlich die bekannteste. Diese Regel lautet:

Wenn eine Eigenschaft eines Charakters auf die Probe gestellt wird, würfelt der Spieler mit einem beliebigen Würfel. Je höher das Ergebnis, desto besser der Erfolg.

Damit ist alles gesagt. Dazu beziehen wir nun noch die Eigenschaft/Ausrüstung des Charakters mit ein. Wie machen wir das? Pi mal Daumen genügt. Und fertig ist alles, was wir fürs Rollenspiel brauchen. Mit genau diesem System (gewissermaßen ein vereinfachtes SLUG von Steven O’Sullivan) spielten wir eine jahrelange Shadowrun-Kampagne, deren Verlauf und Charaktere mit einem komplexeren System völlig unmöglich gewesen wären. Und das meine ich in sehr positivem Sinne.

Natürlich, Freiformspiel ist wenig geeignet für Taktiker und Spieler, die gerne minmaxen. Dafür nimmt es die Metaebene zurück, und zwar in so einem Umfang, daß sie fast nicht mehr spürbar ist. Wer noch weniger Metaspiel und noch mehr Eintauchen in die Spielwelt möchte, sollte Freiform mit Everway- oder Tarotkarten versuchen. Aber dazu mehr in einem meiner nächsten Artikel.

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