Schnell mal einen Hongkong-Actionmoviekampf

Sagen wir, wir hätten Lust auf nen schnellen, Hongkong-Actionfilm-artigen Kampf. Wir haben keine Lust auf Würfeln, sondern auf Karten. Wir nehmen uns, weil wir die Everway-Box im Regal stehen haben, das Fortune Deck raus.

Du spielst Lennie, den Big Bruiser, den Zweimetermann mit Oberarmen wie anderer Leute Oberschenkel und einer Kraft, die schier unglaublich ist. Dafür bist du schweinelangsam und nicht der Hellste. Dein Stil ist Neun-Hunde-Faust, und deine Spezialtechnik heißt „Mein Stöckchen!“ und verschafft dir Vorteile im Schaden, wenn du mit stumpfen Gegenständen zuhaust.

Ich spiele Torque, einen relativ schwachen, aber sehr schnellen Ninja. Mein Stil ist Schwarzer Leopard, und ich kann aus dem Nichts Waffen formen und für eine Aktion einsetzen. Das funktioniert aber nur, wenn es dunkel ist.

Wir nehmen uns beide drei Chips aus dem Roulette-Set.

Du fängst an, weil du im Kämpfen besser bist als ich.

Soldat
Du ziehst „Der Soldat“, umgekehrt: „Blinden Gehorsam“ bedeutet das. Wir interpretieren die Karte so, daß du dich viel zu sehr am Sparring mit deinen schweren Jungs orientierst und mich zuerst austesten willst. Ich kümmere mich einen Scheißdreck um deine Dojo-Traditionen und werfe dir aus der Halbdistanz einen Wurfstern in den Wanst. Das ist meine Spezialtechnik und kostet mich einen Chip. Dafür haut sie gut rein. Mit einem Keuchen registrierst du den harten Treffer.

Gesetz

Ich darf gleich nochmal, und die Karte, die ich ziehe, ist „Gesetz“, wieder auf dem Kopf: „Verrat“. Ich bin zu siegessicher und springe mit einem Salto vor, treffe dich zweimal, dreimal, und während noch ich in der Luft bin, kannst du was tun.

Schöpfer

Du ziehst „Der Schöpfer“, und auch diese Karte steht auf dem Kopf: „Abbruch, Aufgabe“ bedeutet das. Du versuchst also, mich an einem Bein zu fassen zu bekommen, während ich auf dich zufliege, aber bekommst mich nicht zu fassen.

Wir einigen uns drauf, daß ich wieder an der Reihe bin.

Peasant

Ich ziehe „Der Bauer“, und diesmal sogar richtig rum: „Einfache, ehrliche Kraft“. Ich komme also wieder auf meinen Füßen zu stehen und setze dir einen fetten Sidekick in die Rippen, wie Bruce Lee. Dich versetzt der Treffer um zwei Meter nach hinten, aber du bleibst stehen, weil du so schwer bist.

Sommer

Ich setze nach, ziehe „Sommer“, eigentlich eine gute Karte, aber leider, wieder mal, auf dem Kopf. Das heißt „Erschöpfung“, und ich merke, daß mich der Kampf gegen einen solchen Brocken wie dich doch mehr anstrengt als ich mir das gedacht hatte. Du bist dran.

Fisch

Du ziehst „Der Fisch“, und das heißt „Die Seele obsiegt“. Obwohl du einige Treffer von mir kassiert hast, darunter einen schweren mit dem Schatten-Wurfstern, mobilisierst du deine Kräfte, packst mich mit der Linken an der Maske und beginnst, mir mit deiner rechten Hand Hammerfaust-Schläge zu verpassen. Jeder Schlag trifft, und es fühlt sich an, als würde mir jemand eine Dampframme an den Schädel setzen.

Frühling

Du bist gerade in Schwung und ziehst deshalb eine weitere Karte, „Frühling“, aber umgekehrt: „Stillstand“ bedeutet das. Nach einigen Treffern merkst du, daß du mir keinen Schaden mehr zufügen kannst. Wahrscheinlich habe ich eine Mentaltechnik der Ninja eingesetzt und mich für eine kleine Weile unverwundbar gemacht. Oder ich habe gelernt, mit dem massiven Schmerz umzugehen.

Dragonstail

Ich bin dran, ziehe „Den Schwanz des Drachen attackieren“, aber auf dem Kopf stehend, was so viel bedeutet wie „Das übergeordnete Problem erkennen“. Ich begreife instinktiv, daß ich dich nur besiegen kann, wenn ich Waffen, scharfe Waffen, gegen dich einsetze. Solange ich dich nur schlage oder trete, wird das nicht viel bringen. Nicht mal, wenn ich normalerweise tödliche Dim Mak-Punkte attackiere.

Death

Ich ziehe nochmal, weil ich gerade die Oberhand habe, und ziehe… „Tod“, und zwar richtig herum, was „Veränderung“ bedeutet. Nach so vielen Treffern sind wir uns einig, daß ich dich mit dieser Aktion außer Gefecht setze. Ich schlage ein Rad rückwärts, lege meine Hände aneinander und puste hinein. Dann springe ich hoch, weit über deinen Kopf hoch, und habe plötzlich zwei lange, dünne Schwerter in den Händen. Sie sind pechschwarz und schlucken das Licht. Mit einem Vorwärtssalto komme ich wieder runter, und die beiden Schattenklingen tanzen. Ich lande vor dir. Du stehst, grimmig schauend. Dann fällt dir dein rechter Arm ab. Ein nasses Klatschen, als er auf dem Boden aufschlägt. Schreiend brichst du zusammen, und aus dem Stumpf schießt das Blut zwischen deinen Fingern hindurch.

Eine Antwort zu “Schnell mal einen Hongkong-Actionmoviekampf

  1. Pingback: Endlich Hongkong-Action! Material zur Einstimmung. |·

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s