Wie Erick Wujcik Amber leitete

Ich bin Erick Wujcik für drei Dinge ganz besonders dankbar.

Zum einen dafür, daß er (neben so vielen anderen Büchern) Teenage Mutant Ninja Turtles geschrieben hat. Ich wuchs mit den echten Turtles-Comics auf, nicht den kindgerechten lustigen grünen Männlein im deutschen Nachmittagsfernsehen. Das Spiel gab mir so viele Ideen zum Comic. Danke dafür.

Und zum anderen natürlich, weil er Amber Diceless erfunden hat. Dieses Spiel hat mich so beeinflußt wie kein zweites. Dieses Spiel hat mich zum Freiform-Rollenspiel gebracht. Dieses Spiel hat mir auf seinen mehr als 250 Seiten (fast durchgehend Spielleitertips) Amber nahegebracht — ich war einer derjenigen, der sich die Romane erst 1991 kaufte, nachdem Amber Diceless erschienen war. Und Roger Zelaznys Amber-Romane gehören meiner Meinung nach zu den besten Fantasy-Romanen, die ich bisher gelesen habe. Und nicht nur die Amber-Romane. Zelazny zählt nicht umsonst zur Riege der besten Fantasy/Science Fiction-Schriftsteller der Welt. Erick ist also daran schuld, daß ich Zelaznys Werk kennen- und lieben gelernt habe, und er ist daran schuld, daß für mich persönlich das würfellose Freiform-Spiel schlichtweg DIE BESTE ART DES ROLLENSPIELS ist.

In einer recht interessanten Diskussion auf einem Amber-Forum stellte ich vor kurzem die Frage, wie die Amber-Spielleiter die Regeln anwenden. Während ich es entweder streng nach Buch oder eben frei heraus (oh mein Gott — Spielleiterwillkür😀 ) handhabe, kam die Frage auf, wie eigentlich Erick Amber spielleitete.

Finarvyn, ein Amber Diceless (und OD&D)-Veteran, der oft mit Erick spielte, antwortete daraufhin (Hervorhebungen von mir):

Well, in my experience Erick didn’t ever look at a rulebook. Heck, he hardly ever looked at our character sheets.

I think he built a general „character concept“ in his head — this guy is good here but bad there, that kind of thing — and then just let us play. It seemed like he would simply decide based on if we tried clever things or not when we had the chance to act out our actions. When I talked to him about rules I got the impression that he bent or broke them on a whim if it made the storyline progress better and made the game more fun. He always seemed to put the story above the mechanics.

Ein Grund mehr, warum ich mich mit ihm so verbunden fühle.

Eine Antwort zu “Wie Erick Wujcik Amber leitete

  1. Auf dem Gen Con waren Wujciks Spielrunden immer belagert. Er hatte eine exponierte Position: in einem Skywalk, der das MECCA-Hauptgebäude mit der Dealers Hall und den Seminarräumen mit der Arena auf der anderen Straßenseite verband, in der die Turniere und Spielrunden stattfanden. (Je nach Wetter, das im August meist höllisch warm war, verwandelte sich der Skywalk gerne in einen Brutkasten.)

    Wujcik war über viele Jahre an der gleichen Stelle, der letzte Tisch auf der rechten Seite, hatte riesige handgeschriebene Plakate in die Fenster geklebt und lud vorbeikommende Con-Besucher zum Mitspielen ein. Er dürfte eine der wenigen Spielrunden auf dem Con gehabt haben, die regelmäßig Zuschauer um sich scharte. Und ich meine nicht 1-2, sondern eher 10-15. Und der Tisch war auch nicht für einen Programm-Block belegt, sondern die vollen vier Tage.

    Mir war würfelloses Spiel suspekt, und Zelaznys Amber kannte ich auch nicht, darum habe ich mich darum nie sonderlich geschert…

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