Eight Buddha Palms: Konflikte, genauer erklärt

Cyberpunk fight, (c) murrayisgod

Cyberpunk fight, (c) murrayisgod

Als Spielleiter bin ich, was meine Systemtreue angeht, wohl der unruhigste Mensch aller Zeiten. Mal fliege ich auf das eine System, dann auf die anderen Regeln. Aber irgendwie passiert das alles nur dann, wenn wir nicht spielen.

Wir spielen relativ selten.

Doch trotz all dieser Störgeräusche — wenn wir spielen, bevorzugen wir extrem simple Regeln. Everway und Eight Buddha Palms sind unsere Lieblinge.

Vor kurzem hat Sophia ein Solo-Spiel mit Eight Buddha Palms gemacht und war recht angetan davon. Zuvor hatte sie mir die Frage gestellt, wie Konflikte im Spiel genau gehandhabt werden:

Wenn eine Seite geschwächt ist, nimmt dann ihre Würfelstärke ab?

Kurz: In cinematischen Spielen (und das ist das Ursprungsgenre von EBP, Hong Kong Action, ja auf jeden Fall) nicht. In anderen Genres vielleicht schon eher.

Genaueres Beispiel:

Kwai Chang Kaine kämpft mit seinem Shaolin-Stil gegen eine Horde stangenbewaffneter Tempelwächter. Kaine ist ein Meister des Kung Fu, deshalb gewähre ich ihm 1W12. Die Tempelwächter sind allesamt fortgeschrittene Schüler und bekommen deshalb als formlose Mook-Masse 1W8.

Kaine geht mit 3 Chi-Punkten ins Spiel, die Wächter sind sehr zahlreich (und deshalb gefährlich) und bekommen deshalb 4 Chi-Punkte.

Erste Spielrunde: Kaine würfelt 4, die Tempelwächter 8. Kaine verliert 1 Chip. Seine Würfelstärke (1W12) bleibt aber trotzdem gleich. Der Spieler der Tempelwächter (also der Spielleiter) darf erzählen, was genau in dieser Runde passiert.

Zweite Spielrunde: Kaine würfelt 2, die Tempelwächter 4. Kaine verliert wieder 1 Chip und hat jetzt nur noch 1. Seine Wüfelstärke verändert sich nicht. Der SL erzählt, was die Tempelwächter genau mit Kaine anstellen.

Dritte Spielrunde: Kaine würfelt 10, die Tempelwächter 6. Die Wächter verlieren 1 Chip. Ihre Würfelstärke bleibt gleich. Kaine darf erzählen, was er mit den Wächtern anstellt.

Vierte Spielrunde: Kaine würfelt 11, die Wächter 4. Wieder verlieren die Wächter 1 Chip und Kaine darf erzählen, was in der Runde passiert.

Fünfte Spielrunde: Kaine würfelt 9, die Wächter 6. Die Wächter verlieren erneut einen 1 Chip. Sowohl Kaine, als auch die Tempelwächter haben nur noch jeweils einen Chip. Kaine darf erzählen, was er mit den Wächtern anstellt.

Sechste Spielrunde: Kaine würfelt 1, die Wächter 3. Kaine verliert seinen letzten Chip, die Wächter haben gesiegt, und der SL erzählt, was genau passiert.

Ich hätte in diesem Beispiel beiden Seiten kleine Würfel geben können, nachdem sie eine Runde verloren hatten. Dies fühlt sich zwar vielleicht realistischer an — aber läuft eigentlich dem Grundsatz der Eight Buddha Palms-Regeln zuwider: erzählerische Freiheit nach überstandenen Würfelduellen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s