Spielte Buddha mit Würfeln? (Crosspost)

Ein Crosspost aus meinem Meditations-Blog, indogermanisch.com.

wuerfelhand

Gautama Buddha, der Buddha, der in der westlichen Welt allgemein als „Der Buddha“ bekannt ist, hat mit großer Sicherheit nicht gewürfelt. Aber natürlich gibt es, und das finde ich enorm wichtig, mehr als einen Buddha. In der Tat bemühen sich die Zenmeister aller Zeiten, den Schülern begreiflich zu machen, daß es so viele Buddhas gibt, wie es Menschen gibt. „Buddhanatur“ heißt das schön, und manche Zenrichtungen gehen weiter und sagen „alles hat Buddhanatur“, sprich:

Alles ist Buddha. Weil es nichts anderes gibt.

Wenn wir dieses Wissen akzeptieren (entweder, weil wir lernen wollen oder weil wir seinen wahren Kern selbst erkannt und erlebt haben), dann können wir die Eingangsfrage erweitern in:

„Spielte ein Buddha mit Würfeln?“

Jetzt wird’s richtig interessant. Warum stelle ich diese Frage überhaupt? Weil ich, der Prämisse meines Lehrers zufolge, heute eine ganz einfache Methode vorstellen möchte, mit deren Hilfe wir das Leben in neuen, unerwarteten Facetten kennenlernen können. „Zorba the Buddha“, sagte mein lieber Osho immer, der Mensch, der zugleich spirituell und lebensgenießerisch ist.

Zorba the Buddha-Methode: Würfelwanderungen

Würfelwanderungen? Wie soll das gehen? Warum? Was soll das überhaupt?
Der Zufall (oder das, was wir dafür halten) spielt eine enorm große Rolle in unserem Leben. Die Gen-Kombination unserer Eltern bringt uns hervor — aber was für eine Art Mensch wir sind, kann niemand vorher wissen. Wie wir uns jeden Tag fühlen — darauf haben wir wenig Einfluß. Wie sich die Menschen in unserem Umfeld verhalten — auch hier sind uns die Hände gebunden.

Die einzige Tatsache: Wenn sich jemand oder etwas anders verhält als wir das gewohnt sind oder erwarten, dann rüttelt uns das aus unserem Trott auf. Meistens zumindest.

Und genau darauf bauen Würfelwanderungen auf.

Eine Würfelwanderung führt uns die Umgebung, in der wir uns aufhalten, neu vor Augen. Eine Würfelwanderung durchbricht unser Muster, sprengt das Gewohnte, weil sie uns in Gegenden führt, die wir vorher aus Gewohnheit nicht besucht haben.

Damit ist jetzt Schluß. Lassen Sie, zumindest für eine gewisse Zeit, die Würfel bestimmen, wo es langgeht. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Regeln:

  1. Stecken Sie sich einen sechseitigen Würfel in die Tasche. Vielleicht auch zwei, falls einer mal verlorengeht.
  2. Suchen Sie sich einen Ausgangspunkt in Ihrer Stadt oder Umgebung aus. Von dort aus starten Sie zu Fuß (oder auf Rollerskates, Skateboard, im Rollstuhl oder auf dem Fahrrad, aber NICHT im Auto).
  3. Immer wenn Sie an eine Kreuzung gelangen, bestimmen Sie vorher, welche Richtung Sie einschlagen, wenn Sie eine bestimmte Zahl würfeln. Wenn Sie bestimmte Richtungen ausschließen wollen, nehmen Sie sie nicht in Ihre Auswahlliste auf. Dann: Würfeln Sie.
  4. Sie MÜSSEN diese Richtung einschlagen, solange sie nicht gefährlich oder unmöglich wird. UMKEHREN ist KEINE OPTION, NEU WÜRFELN auch nicht.
  5. Wenn Sie unterwegs auf interessante Dinge stoßen (Häuser, Läden, Kneipen, Museen, Theater, Kinos, und so weiter), machen Sie sich ebenfalls eine kleine Liste von 1 bis 6. Würfeln Sie auch hier und befolgen Sie dann, was Ihnen der Würfel vorgibt.

Würfelwanderung: Lassen Sie an jeder Kreuzung die Würfel entscheiden, wo Sie hingehen.

Würfelwanderung: Lassen Sie an jeder Kreuzung die Würfel entscheiden, wo Sie hingehen.

Würfelwanderung: Wenn Ihnen etwas Interessantes über den Weg läuft, lassen Sie die Würfel entscheiden, was Sie tun.

Würfelwanderung: Wenn Ihnen etwas Interessantes über den Weg läuft, lassen Sie die Würfel entscheiden, was Sie tun.

Dice Living„, Würfelleben, nennt man das, und es gibt auf der ganzen Welt Menschen, die ihren Tag den Würfeln entsprechend gestalten. Luke Rhinehart (eigentlich George Cockcroft), ein amerikanischer Psychotherapeut und Autor, hat es erfunden. Damals, in den frühen 1970ern, sah er es noch als Methode an, Persönlichkeitsstrukturen aufzubrechen. Mittlerweile ist er, sagen wir, weiser geworden und sieht Dice Living als Weg an, uns vor Augen zu führen, daß wir alle als Individuen mit freiem Willen nicht existieren. Und ganz nebenbei macht es richtig Spaß. Rhinehart ist gewissermaßen durch die Würfel zur Erkenntnis und zur Freude gekommen.

Erleuchtung und Freude durch Würfel. Das ist doch mal was. Mein lieber Bhagwan würde vor Freude hüpfen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

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