Ein Rollenspiel pro Tag, Tag 17: Lustigstes Spiel, das ich gespielt habe

#RPGaDAY

Tag 17: Funniest Game you’ve played

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Das lustigste Spiel, das ich bis jetzt gespielt habe, ist eindeutig und mit großem Abstand Teenagers From Outer Space, die Erstauflage des Anime-Cartoonspiels. 1987 wurde die veröffentlicht, und das war auch das Jahr, in dem ich es bestellte (ich glaube, bei der Morgenwelt in Berlin).

TFOS schlug damals alles, was wir so kannten: lustige Klassen (Humans, Near Humans, Not Very Near Humans, Real Weirdies), lustige Spezialkräfte (Bounce, Monster Out, Deep Freeze, usw) — und: keine Lebenspunkte, sondern der sogenannte „Bonk Index“ (jede Waffe zieht eine bestimmte Zahl von Bonks ab). Und weil TFOS ein Cartoonspiel ist, können die Charaktere auch nicht sterben, sondern verfallen in die comictypische Schockstarre, wenn ihr Bonk Index auf 0 oder weniger sinkt.

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Natürlich, Attribute gibt es in TFOS auch, und zwar solche, die eines klischeehaften Teenagers würdig sind: Smarts, Bod, Luck, Looks, Cool — und dann wird’s wirklich gut: Driving — richtig, wie sollst du als Teenager sonst von einem Ort zum anderen kommen (wobei Driving natürlich auch für UFOs gilt), und mein persönlicher Liebling, „RWP“ (Relationship with Parents). Das Taschengeld deines Charakters hängt von der Höhe des RWP-Attributs ab. Brilliant, weil es regelmäßig für Chaos in der Runde sorgt.

Auch die Ausrüstungsliste ist darauf getrimmt, für das größtmögliche Durcheinander — sprich: Spaß — im Spiel zu sorgen: Hyperdimensionale Hämmer (10$), Goop Guns (30$, feuern riesige Blasen kaugummiartiger Masse), Superkleber (2$, Zitat: „It comes in a small spray can and will stick anything to anything. Forever (or until you apply a quick spray of Quikrelease, also $2)), Teleportier-Türmatten, Boy/Girl Gun (Geschlechtswechsel-Kanone), und so weiter. Die Liste ist ein Traum, und wem die nicht genügt, für den gibt es weiter hinten im Buch auch noch Regeln, wie er eigene Erfindungen verwirklicht.

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Das Spielsystem selbst ist supereinfach: 1W6+Attribut (ebenfalls zwischen 1 und 6)+Fertigkeit (zwischen 1 und 6) gegen 1W6+Schwierigkeit. Höhere Zahl gewinnt, bei Gleichstand denkt man sich was Lustiges aus.

Was ich seit damals genial finde, ist die „When too much ist TOO MUCH„-Regel. Sie hält vor allem Bescheisser im Zaum, die zu Hause ihren Charakter auswürfeln und zufälligerweise in jedem Attribut eine 6 haben. Die Regel lautet wie folgt:

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„Too much“ bedeutet, daß dem Spielercharakter nicht nur ein kritischer Erfolg gelingt, sondern zu viel des Guten. So kann es beispielsweise passieren, daß sich das hübsche Alien-Mädchen, mit dem du einmal im Kino warst, hoffnungslos in dich verliebt… deinen Namen auf die Wände der High School sprüht, dir über das Lautsprecher-System glühende Liebesbriefe vorliest oder dich (natürlich vor allen deinen Kumpels und geschätzten tausend Mitschülern) bittet, sie zu heiraten…

Und damit ist es noch lange nicht genug. Im Regelheft werden ausführliche Tips gegeben, wie man das Spiel lustig macht (die sogenannten „Routines“), es gibt ein komplettes Start-Abenteuer, und am Schluß gibt es, aufgemacht im Stil des berühmten TV Guide , 20 sanft ausgearbeitete Abenteuer-Ideen (genannt „Episoden“).

Mein Fazit:
Ich liebe dieses Spiel.

3 Antworten zu “Ein Rollenspiel pro Tag, Tag 17: Lustigstes Spiel, das ich gespielt habe

  1. Ich habe eine Kopie erwerben können! Danke für den Tipp durch diesen Artikel – das sieht richtig, richtig großartig aus!

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